Samstag | 11. April

20 Uhr | RAMPE | Gerhardtstraße 3

Words and Music

Kammerorchester Hannover
Sprecher:
Johannes Euler und Max Bilbe
Leitung: Hans-Christian Euler

Programm
Biografien
Tickets an der Abendkasse | 18 / erm. 10 Euro
Eine Veranstaltung von Freundeskreis Kammerorchester Hannover e. V.

Programm

Kammerorchester Hannover:
Words and Music

1961 schrieb Samuel Beckett »Words and Music« für das BBC-Radio, ein Theaterstück mit den beiden Figuren »Words« und »Music« (auch als Joe und Bob bezeichnet). Das Werk wurde nach der Premiere aufgrund von Becketts Unzufriedenheit zurückgezogen. 20 Jahre später schlug Beckett vor, dass Morton Feldman die Musik komponieren sollte, was 1987 (dem Jahr von Feldmans Tod) zur ersten vollständigen Aufführung führte, die für das American Beckett Festival of Radio Plays produziert wurde.
Mit Feldmans Worten: »Es hat mir riesigen Spaß gemacht, etwas für Beckett zu tun, eine Art Hommage an ihn, d. h. an jemanden, der seit den 50er Jahren Teil meines Lebens ist … Es war in gewisser Weise eine Herzensangelegenheit, die ich gerne übernommen habe.«


Programm

Morton Feldman (1926–1987)
Samuel Beckett
(1906–1989)
Words and Music (1987)


Aufführende

Johannes Euler (Sprecher)
Max Bilbe (Sprecher)
Kammerorchester Hannover
Leitung: Hans-Christian Euler


Werkkommentare

Morton Feldman (1926–1987)
Samuel Beckett
(1906–1989)
Words and Music (1987)
Blitzlichter zum Werk, zusammengetragen von Hans-Christian Euler

1969 erhielt Samuel Beckett den Nobelpreis für Literatur„Words and Music“ entstand als Radio Play 1961 mit Musik von seinem Cousin John Beckett, der diese später zurückzog.Katharine Worth, Emeritus Professor of Drama and Theatre Studies in the University of London, beschreibt das Radio Play als „an unidentified listening space“ („Cosmic Scenery“ in Samuel Beckett’s Theatre: Life Journals, Oxford, Clarendon Press, 1999)

1987 schrieb Morton Feldman eine neue Musik für „Words and Music“ 10 Jahre zuvor hatten Beckett und Feldman für „Neither“ bereits zusammengearbeitet. Feldman sagte in einem Interview mit Everett Frost (Professor at the Institute of Film and Television at New York University) am 10. März 1987 in Holland:

„I never liked anyone else’s approach to Beckett. I felt it was a little too easy; they were treating him as if he were an existentialist hero, rather than a tragic hero. And he’s a word man, a fantastic word man. And I always felt that I was a note man. I think that’s what brought me to him. A kind of shared longing: this saturated, unending longing that he has, and that I have.”

Morton Feldman starb am 3. September 1987.

“The music is largely brought about by his use of language, the pairing down of words and the length of time given to pauses and silences, thereby creating a rhythmical whole.”
“I feel that Sam, with his musical knowledge – he was a competent pianist – conceived and wrote his works in a rhythmical fashion as if they were music.”
“The sound was to be carried through from one word to the next in the same way that an accomplished singer carries the sound on the breath, through from one note to the next.”
“One must stop and be enveloped in the music of each sparse word before proceeding to the next. In so doing, what a wealth of thought, inspiration, and musical colour is opened before us.”

Walter Beckett (Cousin 2. Grades von Samuel Beckett)
Essay: Music in the Works of Samuel Beckett,
(Samuel Beckett and Music, edited by Mary Bryden, Clarendon Press, Oxford, 1998)

Biografien

© Jo Titze

Johannes Euler

Der Countertenor Johannes Euler studierte an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover Gesang und Gesangspädagogik bei Ralf Popken und Prof. Markus Schäfer.
Neben dem barocken Repertoire stellt die Musik der Moderne einen wichtigen Schwer-punkt seiner Arbeit dar: zusätzlich zu zahlreichen Uraufführungen konzertanter Musik (u. A. von Alfred Koerppen und Wilfried Hiller) war er beteiligt an den Uraufführungen von Oscar Strasnoys „Comeback“ (2016) an der Staatsoper Berlin und „Luther“ (2017) im Rahmen der Sinfoniekonzerte der Staatskapelle Halle. 2022 debütierte Euler beim Inter-nationalen Brucknerfest Linz als Countertenor-Solist der 2. Sinfonie von Alfred Schnittke „St. Florian“. Seit 2014 ist Johannes Euler Mitglied des Münchener Ensembles „Die Singphoniker“. Regelmäßige internationale Konzertreisen führten ihn bis jetzt neben dem Europäischen Raum unter Anderem nach Japan, Taiwan und China. Im Jahr 2020 gründete Johannes Euler zusammen mit dem Kontrabassisten Till Spohr das Ensemble „BEYOND“, welches sich der Verbindung von barocker und klassischer Musik mit Jazz widmet. 2023 erschien mit „Beyond Dowland“ die erste CD des Ensembles. Zahlreiche CD-Einspielungen, Rundfunk- und Fernsehsendungen runden sein künstlerisches Schaffen ab.  Johannes Euler ist Lehrbeauftragter für Gesang an der Universität Kassel und der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.

© Dan Hannen

Max Bilbe

Max Bilbe begann seine musikalische Ausbildung als Pianist an der Chetham's School of Music und der University of Manchester, wo er mit einem erstklassigen Honours Degree und mehreren Preisen abschloss. Nachdem er auch seinen Masterabschluss mit Auszeichnung an der Royal Academy of Music in London absolviert hatte, war Max Mitglied des National Opera Studio in London, wo er in Konzerten beispielsweise in der Wigmore Hall gespielt hat. Seit der Spielzeit 2023/24 ist Max an der Staatsoper Hannover als Solorepetitor mit Dirigierverpflichtung engagiert. Im Sommer 2025 war er Korrepetitor bei den Salzburger Festspielen für Maria Donizetti, und er freut sich darauf, im Sommer 2026 für die Produktion von Ariadne auf Naxos wieder dorthin zurückkehren zu können.

© Jinsoo Kim

Hans-Christian Euler

Hans-Christian Euler studierte Violine in Hannover und London. 1981 wurde er in Amsterdam Gründungsmitglied im Orchester des 18. Jahrhunderts, von 1983 bis 2020 spielte er im Nieder-sächsischen Staatsorchester Hannover. 1987 übernahm er einen Lehrauftrag für Violine an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Er gab Konzerte und Kurse in verschiedenen Ländern Europas, in Israel, Australien, den USA und China.
2005 gründete Hans-Christian Euler die Konzertreihe Nordstadt-Konzerte in Hannover und leitet als Dirigent das Kammerorchester Hannover. Er trat auf zahlreichen Festivals auf, u. a. den Fest-wochen Herrenhausen, Aujourd’hui musique Perpignan, Festival der Normandie, Bologna-Festival, Mozart-Festival Poznań, dem International Contemporary Music Festival Daegu und dem Tongyeong International Music Festival in Südkorea, dem Internationalen Neue Musik Festival in Hanoi sowie den Musiktagen Tarsus in der Türkei.
Im Oktober 2020 wurde ihm und seinem Eurasia-Festival im südkoreanischen Tongyeong im Zu-sammenhang mit dem Isang-Yun-Prize 2020 der Isang-Yun-Peace-Foundation ein UNESCO Creative City of Music Award verliehen.

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