
Mittwoch | 15. April
19:30 Uhr | RAMPE | Gerhardtstraße 3
Berührungen:
Feldman – Kurtág
Track3 Ensemble

Track3 Ensemble
Das Konzertprojekt nimmt die 100. Geburtsjahre von Morton Feldman und György Kurtág zum Anlass und würdigt das musikalische Schaffen beider Komponisten. Zugleich eröffnet der Konzertabend Raum für aktuelle Kompositionspraxis, die das Thema „Berührung“ in unserer Zeit neu formuliert. Dieses Thema spiegelt sich im diesjährigen Leitmotiv des Klangbrücken-Festivals „Free America“ wider – einer Sehnsucht nach der US-amerikanischen Kunstszene vergangener Jahrzehnte, deren Impulskraft man sich für die Zukunft neu wünscht. Eine ihrer bedeutendsten Strömungen war die New York School, zu deren zentralen musikalischen Stimmen Feldman zählt.
Morton Feldman stand in engem Austausch mit Künstlerinnen der New York School, insbesondere mit Vertreterinnen des Abstrakten Expressionismus. Diese künstlerischen Begegnungen prägten seine kompositorische Sprache entscheidend und schufen jene unverwechselbare Sensibilität im Umgang mit Klang, Dauer und Stille. Die neuen Kompositionen des Abends reflektieren „Berührung“ als wechselseitige Begegnung zwischen Musik und Bildender Kunst sowie als Dialog zwischen Vergangenheit (Feldman/Kurtág) und Gegenwart. Darüber hinaus untersuchen sie weitere Formen von Berührung: Übergänge zwischen Hören und Sehen, zwischen Klang und Stille, zwischen Resonanz und Farbe sowie zwischen Spielgesten und visueller Wahrnehmung.
Ursula Mamlok (1923–2016)
Rhapsody (1989)
Vincent Aidan Wystup (*2006)
Abgang eines des letzteren monochromen Raumes (2026, UA)
Morton Feldman (1926–1987)
The Viola in My Life 3 (1970)
für Viola und Klavier
John Cage (1912–1992)
Sonata for Clarinet (1933)
György Kurtág (*1926)
Signs, Games and Messages for Viola - No. 3,
Hommage à John Cage (1987)
Morton Feldman
Nature Pieces for Piano - No.1 & 5 (1951)
Alban Berg (1885-1935)
Vier Stücke, Op. 5 (1913)
für Klarinette und Klavier
György Kurtág
Hommage à R. Sch., Op.15/d (1990)
Arsalan Abedian (*1984)
Streifen (2026, UA)
Track3
Taavi Orro – Klarinette
Elijah Spies – Bratsche
Shan-Chi Hsu – Klavier
Vincent Aidan Wystup (*2006)
Abgang eines des letzteren monochromen Raumes (2026, UA)
Räume, Flächen, Farben, Bewegungen, Materialien, Ansätze, Enden und die Beziehungen und Relationen, all dieser in sich selbst zueinander.
Arsalan Abedian (*1984)
Streifen (2026, UA)
Dieses Werk für Klarinette, Bratsche und Klavier besteht aus mehreren Modulen (Teilen). Einige dieser Module sind aus der Berührung mit bestimmten Aspekten der Musik von Morton Feldman und György Kurtág hervorgegangen, während andere unabhängig davon konzipiert sind. Die Module können in variabler Reihenfolge aufgeführt werden; einige von ihnen lassen sich zudem wiederholen.
ist ein Klarinetten-Viola-Klavier-Trio, das sich der Aufführung von Werken des 20. und 21. Jahrhunderts widmet. Der Name steht symbolisch für drei Wege, die sich kreuzen: Musiker:innen aus Taiwan, Estland und den USA, deren unterschiedliche Stimmen in einem Raum der Neugier und des Entdeckens aufeinandertreffen. Kürzlich wurde das Trio mit dem „Dwight and Ursula Mamlok Prize for Interpreters of Contemporary Music“ ausgezeichnet und wird im Juni sein Debüt im Konzerthaus Berlin geben.
Gegründet im Jahr 2024 aus dem gemeinsamen Wunsch heraus, die Grenzen ihrer ungewöhnlichen Besetzung zu erweitern, arbeitet Track3 eng mit Komponist:innen zusammen, um neue musikalische Visionen zu realisieren und frische klangliche Möglichkeiten zu erkunden. 2025 war Track3 Ensemble-in-Residence beim impuls Festival in Graz, wo das Trio intensiv mit der Komponistin Clara Iannotta als Mentorin zusammenarbeitete und Stücke von drei jungen Komponist:innen zur Uraufführung brachte. Zu den bisherigen Höhepunkten zählen Auftritte beim „Hörfest Neue Musik“ in Detmold sowie die Uraufführung von Jesper Nordins „Frozen Still Trio“ beim Magazin-Festival in Hannover.
Im Herbst 2026 wird Track3 „Umbruch/Turning Point“ uraufführen, ein interdisziplinäres Multimedia-Projekt, das Komponist:innen aus Ländern in den Mittelpunkt stellt, die von faschistischen Tendenzen bedroht sind. Das Projekt, das von der Deutschen Orchester-Stiftung gefördert wurde, wird in der Konzertreihe „Unerhörte Musik“ in Berlin präsentiert. Track3 engagiert sich für die Vergabe von Kompositionsaufträgen und die Erarbeitung neuer Werke, die das Repertoire für diese Besetzung erweitern, und bringt in seinen Programmen eine große Bandbreite kompositorischer Stimmen zusammen – Programme, die Innovation, Reflexion und Entdeckung fördern.
Elijah Spies (Viola)
Mit großer Leidenschaft für Kammermusik ist Elijah Spies Mitglied von Track3 und Trio Anbau und erhielt kürzlich intensiven Streichquartettunterricht bei György Kurtág am Budapest Music Center. Seit 2019 spielt Elijah regelmäßig mit Concerts in Motion in New York, unter anderem in Krankenhausstationen, Senioreneinrichtungen und für isolierte, ans Haus gebundene Menschen. Er war Solist bei der COVID-Gedenkzeremonie in New York. Elijah hat Abschlüsse von der Musik-Akademie Basel und der Juilliard School. In seiner Freizeit spielt er freie Improvisation, trifft gerne Katzen und verliert sich liebend gern in Wikipedia-Rabbit-Holes.
Taavi Orro (Klarinette)
Der estnische Klarinettist Taavi Orro führt eine vielseitige Karriere als Kammermusiker und Orchestermusiker. Seine Auftritte umfassen Kooperationen mit renommierten Ensembles und Orchestern weltweit. Taavi ist Mitglied zweier Kammermusikensembles mit Schwerpunkt auf Musik des 20. und 21. Jahrhunderts – dem Duo Orro-Fleitz und Track3. Taavi absolvierte seinen Bachelor of Arts an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover bei Johannes Peitz und erwarb anschließend seinen Master of Music an der Sibelius-Akademie in Helsinki bei Harri Mäki. Seit 2019 ist Taavi Mitglied des Estnischen Nationalen Symphonieorchesters.
Shan-Chi Hsu (Klavier)
Shan-Chi Hsu ist eine taiwanesische Konzertpianistin und Kammermusikerin. Ihre Auftritte führten sie in bedeutende Konzertsäle wie die National Concert Hall in Taiwan, die Alte Oper Frankfurt, den NDR Sendesaal Hannover und das KKL Luzern sowie zu Festivals wie dem Stresa Festival, dem Gaudeamus Festival und dem Lucerne Festival. 2013 zog sie nach Deutschland und erhielt sowohl ihre Bachelor- als auch Masterabschlüsse sowie das Konzertexamen unter der Leitung von Prof. Bernd Goetzke an der HMTM in Hannover. Von 2021 bis 2024 war Shan-Chi Hsu Lehrbeauftragte an der Klavierabteilung der HMTM Hannover.
Vincent Wystup wurde am 21.2.2006 in Alamogordo, New Mexico geboren. Seit seinem 6. Lebensjahr nimmt er Geigenunterricht sowie seit 4 Jahren zusätzlich Klavierunterricht. Das Erstellen von eigenen, erstmals elektronischen, Stücken begleitet ihn seit seinem 14. Lebensjahr. Mit der Zeit gewann er ebenso gefallen an akustischen Klang-Experimenten, was ihn stetig zur Neuen-Musik gebracht hat.
wurde in Teheran (Iran) geboren und erhielt seine erste musikalische Ausbildung auf der Santur, einem traditionellen persischen Instrument. Sein Kompositionsstudium begann er in Teheran und setzte es an der HMTM Hannover fort, wo er nach einem Masterabschluss das Konzertexamen der Soloklasse absolvierte. Als Komponist, Veranstalter und Mitglied der Yarava Music Group in Teheran ist Abedian seit vielen Jahren an einer Vielzahl von Konzerten, Projekten und künstlerischen Formaten der zeitgenössischen Musik beteiligt. In Teheran gründete er das Label Contemporary Music Records und war Mitinitiator des ersten Wettbewerbs für elektroakustische Musik im Iran, der Reza-Korourian-Awards, bei dem er auch als Jurymitglied und Herausgeber tätig war.