
Montag | 13. April
19 Uhr | Ballhof Eins
Songbooks
Frauke Aulbert – Stimme
Fidan Aghayeva-Edler – Klavier
Ensemble S
Leitung: Stephan Meier

Frauke Aulbert – Stimme
Fidan Aghayeva-Edler – Klavier
Ensemble S
Leitung: Stephan Meier
George Crumb (1929–2022)
A Journey Beyond Time (American Songbook II) (2003)
Einen besonderen Blick auf die amerikanische Musiktradition werfen die Songbooks von George Crumb. In „American Songbook II: A Journey Beyond Time – A Cycle of Afro-American Sprituals“ vertonte Crumb acht bekannte Spirituals. Klavier und über hundert Schlagzeuginstrumente schaffen dabei eine Vielzahl von Charakteren, die jeweils auf das einzelne Lied abgestimmt sind: ätherische Klanggewebe, Schlachtschilderungen, aufgeregte, erwartungsvolle Unruhe und die gewaltige Macht des Moses, widerhallend im Schlaginstrument namens Löwengebrüll.
Die Sängerin und Stimmkünstlerin Frauke Aulbert präsentiert zusammen mit dem Ensemble S und Fidan Aghayeva-Edler (Klavier) unter der Leitung von Stephan Meier den Zyklus in all seinen schimmernden Facetten.
Das Motto der Klangbrücken 2026, die vom 11. bis 14. April in Hannover stattfinden, lautet „Free America“ und steht für die Hoffnung, dass die gegenwärtige Krise der USA nur eine vorübergehende sein möge.
Frauke Aulbert (Stimme)
Fidan Aghayeva-Edler (Klavier)
Ensemble S
Leitung: Stephan Meier

Frauke Aulbert ist Sopranistin, Stimmkünstlerin, Performancekünstlerin, Komponistin und Kuratorin. Ihr Schaffen reicht von der virtuosen Interpretation musikalischer und körperlicher Kompositionen über ihre internationale Stimm- und Sammelforschung bis hin zur Schaffung musiktheatralischer Situationen und intensiver Begegnungen mit dem Publikum. Die „Hamburger Avantgarde-Königin“ (Abendblatt) gilt heute als eine der aktivsten und vielseitigsten Stimmkünstlerinnen im Bereich der zeitgenössischen Musik. Ihre nahezu unendliche, beeindruckende Stimmklangpalette umfasst einen Umfang von fast vier Oktaven und reicht von klassischem Gesang (Diplom) über Ober- und Unterton-Gesang, Multiphonik, Techniken aus der bulgarischen Folklore, Gugak, Gamelan, Noh-Theater, Dhrupad bis hin zu Beatboxing u. a. Aulbert tritt regelmäßig in kleinen Off-Räumen und auf großen Theaterbühnen auf. Sie wurde mit verschiedenen renommierten Preisen und Stipendien ausgezeichnet, u. a. mit dem ersten Preis der Stockhausen-Stiftung sowie mit Künstlerresidenzen in Rom (Goethe-Institut), der Cité des Arts in Paris, der Akademie Schloss Solitude, der Villa Kamogawa in Kyoto usw. Seit 2020 kuratiert sie das Festival für Immaterielle Kunst, das experimentelle Musik und Performancekunst miteinander verbindet.

Fidan Aghayeva-Edler ist eine in Berlin lebende Pianistin, die sich derzeit auf die Aufführung zeitgenössischer Musik und Musik von Komponistinnen konzentriert. Ihr jüngstes Projekt ist ein Klaviermarathon, bei dem sie als einzige Pianistin 24 Stunden lang ausschließlich Musik von Komponistinnen non-stop aufführt.
Ihre Aufnahmen wurden u. a. vom Bayerischen Rundfunk, RBB Kultur, Klassikcast des Goethe-Instituts, MDR Figaro, WDR3, Radio Eins, KAN Israel, Radio France und Český rozhlas ausgestrahlt. Zu ihren Soloalben gehören "Verbotene Klänge: Sechs Suiten" (2019), mit der Musik verfolgter KomponistInnen, erschienen bei Kreuzberg Records, "Fenster" (2022), mit den Werken von sieben zeitgenössischen Komponistinnen, das für den Preis der Deutschen Schalplattenkritik und den ECHO Klassik nominiert wurde, und und ein Doppelalbum “Elements | Jasmine Petals” (2026), erschienen bei Salomé Records. Zu ihren weiteren kollaborativen Projekten gehören die CDs und Alben "Klavierwerke" (2016), "Twenty for piano" (2020), "The Black Garden" (2020), “Seven Sisters” (2024). Ihre musikalische Tätigkeit umfasst interdisziplinäre Projekte, improvisierte Performances mit erweiterten Klaviertechniken, die Arbeit mit Inside-Piano, Toy-Piano und Elektronik sowie Engagements für Theater und Film. Darüber hinaus leitet sie Workshops für zeitgenössische Klaviertechniken an unterschiedlichen Musikhochschulen sowie bei Festivals in Deutschland, europäischen Ausland und USA.
Ensemble S, gegründet in 1998, ist seitdem Gast der europäischen Konzertsäle und Festivals. Die Tonträgerproduktionen vom Ensemble S erhielten nahezu internationale Auszeichnungen: Seine Dual Disc »Gérard Grisey: Le Noir de l’Etoile« wurde von der holländischen Tageszeitung Trouw in die Top Ten 2006 gewählt und vom Preis der Deutschen Schallplattenkritik auf die Bestenliste I/2007 gesetzt. Mit Stephan Meier als Künstlerische Berater, hat das Ensemble neue Mitglieder gewonnen um dessen Ziele, die hohe Kunst des Schlagzeug Ensembles, unprätentiös und in alle seine Facetten zu präsentieren.
Adam Weisman
studierte in New York, Versailles und München. 1991 erhielt er den dritten Preis beim ARD Musikwettbewerb in München und 1992 den zweiten Preis beim Internationalen Musikwettbewerb in Genf. Er spielte Neue Musik mit dem New Music Consort und der NewBand in New York von 1988 bis 1990, sowie mit dem Ensemble Modern, mit dem Klangforum Wien (Residenzmitglied 1997–98, 2004–05), mit Zeitkratzer (Konzerte mit Lou Reed) und dem Scharoun Ensemble (Mitglieder der Berliner Philharmoniker). Seine Solo CD, Mani, mit drei Kompositionen für Solo Percussion von Pierluigi Billone, wurde vom Verein Deutsche Schallplattenkritik e.V. in die Bestenliste 2011 im Genre Zeitgenössische Musik aufgenommen.
Norbert Krämer
Studium an der Hochschule für Musik und Theater Hannover und an der Musikhochschule Köln. Seit 2017 ist er Lehrbeauftragter in den Fächern Schlagzeug/Percussion und Rhythmische Gehörbildung an der HfMT Köln. Als Solist und Ensemblemitglied weltweite Konzerte auf allen bedeutenden Festivals zeitgenössischer Musik; zahlreiche Uraufführungen und Zusammenarbeit in den wichtigsten Ensembles für zeitgenössische Musik und Theaterproduktionen, u. a. oh ton-Ensemble, musikFabrik NRW. Daneben als Vibraphonist, Drummer und Percussionist in verschiedenen Jazz-, Funk-, Avantgarde- und Big Bands tätig, u.a. SENOR COCONUT & HIS ORCHESTRA, Konzerte und Tourneen in Europa, Nord- und Südamerika, Japan.
Rie Watanabe
studierte in Tokyo University of the Arts bei Prof. Makoto Aruga, Prof. Michiko Takahashi und Prof. Takafumi Fujimoto. 2005 kam sie nach Deutschland und studierte an der HfM Karlsruhe bei Prof. Isao Nakamura. Sie arbeitet mit verschiedenen Ensembles der Neuen Musik (Ensemble Musikfabrik NRW, Klangforum Wien, Ensemble Resonanz u.a.) und Komponist/innen (Helmut Lachenmann, Nicolaus A.Huber, Enno Poppe u.a.) zusammen. Herbst 2017 war sie Stipendiatin beim Künstlerhof Schreyahn mit dem Komponist Yasutaki Inamori. Ihr gemeinsam komponiertes Musiktheater „Schachtel/Grenze“ für Solist und Assistent wurde 2019 im Sommer uraufgeführt.
Michael Pattmann
studierte an der Essener Folkwanghochschule und der Musikhochschule Köln. Konzerte und Meisterklassen führen ihn immer wieder nach Asien, Amerika und in europäische Länder. Begleitet wird seine Arbeit von zahlreichen Veröffentlichungen auf Tonträgern, durch Mitschnitte und Aufzeichnungen für Rundfunk- und Fernsehanstalten. Eine intensive Zusammenarbeit mit bedeutenden Komponisten der zeitgenössischen Musik sowie zahlreiche Uraufführungen prägen seine Arbeit, wie auch die über 20 Jahre kontinuierliche Ensemblearbeit beim oh ton-Ensemble und E-MEX ensemble. Prof. Michael Pattmann lehrt an der Folkwang Universität der Künste in Essen sowie für die Stockhausen-Stiftung für Musik.
Stephan Meier
ist Schlagzeuger, Dirigent und Komponist, Artistic Director der Birmingham Contemporary Music Group sowie künstlerischer Leiter von Das Neue Ensemble (Hannover). Stephan Meier studierte Schlagzeug und Klavier in Hannover und Den Haag und folgte Kursen bei Pierre Boulez, Mauricio Kagel, Luigi Nono sowie Diego Masson und Peter Eötvös (Dirigieren) als Stipendiat des Centre Acanthes und der Foyle Foundation / Cath Collins, Dartington. Solistisch und mit seinen Ensembles trat Meier in Europa, Russland und Asien auf. Für Einführungs- und Mitmachveranstaltungen war Meier eingeladen u. a. von den Musikfreunden Goslar, vom Deutschen Musikrat und vom Bundespräsidenten. Er ist Gründungsvorsitzender von Musik 21 – NGNM e.V.