
Samstag | 18. April
12 Uhr | Staatsoper Hannover · Marschnersaal
Brief an die Amerikaner
Ensemble Megaphon

Ensemble Megaphon
„Amerikaner! Ich schreibe Euch aus dem Flugzeug, das mich nach Frankreich zurückbringt. Ich habe zwanzig Tage in Neuyork verbracht. Aber so viele Dinge sind mir begegnet, so viele Menschen, daß ich Mühe habe, zu sagen, ob es zwanzig Tage oder zwanzig Jahre waren.“
( Jean Cocteau)
Mit diesen eindringlichen Worten beginnt Brief an die Amerikaner – ein Text, der bis heute nichts von seiner Aktualität verloren hat. Angesichts der gegenwärtigen politischen Entwicklungen in den USA und der weltweiten Debatten um Demokratie, Verantwortung und kulturelle Identität stellt sich erneut die Frage nach der Rolle von Kunst und Intellektuellen in bewegten Zeiten. Was bedeutet transatlantischer Dialog heute? Welche Verantwortung trägt die Kunst in gesellschaftlichen Umbrüchen?
Ausgehend von Cocteaus gleichnamigem Buch entwickelt das Ensemble Megaphon eine literarisch-musikalische Collage, die Wort und Klang in einen lebendigen Dialog bringt. Musik unterschiedlicher Stilrichtungen verbindet sich mit Lesepassagen zu einem vielschichtigen Konzerterlebnis zwischen Reflexion und Emotion, zwischen historischer Perspektive und gegenwärtiger Dringlichkeit.
Cocteaus Text ist zugleich Reisebericht, Zeitdiagnose und leidenschaftlicher Appell. Er reflektiert über die Beziehung zwischen Europa und Amerika, über künstlerische Freiheit in Zeiten politischer Spannungen und über die verbindende Kraft der Kultur.
Extra für dieses Projekt entstehen mehrere Auftragskompositionen, ergänzt durch Neuinterpretationen gesellschaftskritischer Popsongs.
„Brief an die Amerikaner“ ist eine Einladung zum Zuhören, zum Mitdenken und zum Weiterfragen – ein Konzert als Brücke zwischen Kontinenten, Zeiten und künstlerischen Ausdrucksformen.Übersetzt von Paul Celan
Auszüge aus dem Buch “Brief an die Amerikaner“ von Jean Cocteau
© 1949 und 2025 Karl Rauch Verlag GmbH & Co. KG,Düsseldorf; Übersetzt von Paul Celan
Tatjana Prelević (*1966)
… how many times …? (UA)
Performance für Klavier, Violine und zwei Schauspieler
Arsalan Abedian (*1984)
He didn't want to know what he was doing (UA)
für Violine, Klavier, Sprache und Zuspielung
Marijana Janevska (*1990)
Persona torrent (UA)
für drei Performar*Innen und Zuspiel
Lenka Župková (*1990)
Superwoman (UA)
für Sprache, Electronik, Klavier und Violine
Philipp Glass (*1937)
The poets act (2002)
für Klavier und Violine
Lenka Župková - Violine
Tatjana Prelević – Klavier
Andre Bartetzki – Sound Regie
Christiane Ostermayer – Sprache
Klaus Angermann – Sprache

Das Ensemble Megaphon ist ein Zusammenschluss internationaler Künstler*innen unterschiedlicher Kunstgattungen. Von Beginn an liegt der schöpferische Schwerpunkt des Ensembles sowohl auf den Schnittstellen zwischen Neuer Musik, Musiktheater, Live- Elektronik und experimenteller Musik als auch in der Gegenüberstellung von zeitgenössischen mit Alter Musik. In Kooperation mit Musiktheaterpädagog*innen realisiert das Ensemble regelmäßig pädagogisch-künstlerische Workshops.
Sie studierte Violine an der Janáček Akademie für Musik in Brünn (Tschechien) und an der HMTM Hannover. Sie tritt regelmäßig als Solistin an der Geige, an der fünfsaitigen E-Violine und an der Bratsche auf, schrieb Bühnenmusik für die Theater in Zürich, Nürnberg, Hannover, Berlin und Aachen und gründete 2007 das Ensemble Megaphon, welches sie bis heute leitet.
Prelević studierte Klavier und Komposition an der Musikhochschule Titograd (heute Podgorica) bei Konstantin Bogino und Vojin Komadina. Ihr Konzertexamen legte sie an der HMTM Hannover bei Prof. Bernd Goetzke ab. Seit 1997 ist sie Dozentin an der HMTM Hannover im Fach Kammermusik/Neue Musik und erhält regelmäßig Kompositionsaufträge zahlreicher namhafter Institutionen.
Christiane Ostermayer arbeitet nach ihrem Schauspielstudium am Max-Reinhardt-Seminar in Wien und einem Erstengagement am Volkstheater Wien am Staatstheater Hannover. Seit 1995 ist sie freischaffend im deutschsprachigen Raum für Theater sowie für Film, Funk und Fernsehen tätig und unterrichtet an verschiedenen Bildungseinrichtungen.
Bartetzki ist Tonmeister und realisiert eigene künstlerische Projekte, vor allem elektroakustische, audiovisuelle und instrumentale Kompositionen und Improvisationen sowie Klang- und Videoinstallationen, oft in Zusammenarbeit mit anderen Musikern und Ensembles, Tänzern und Bildkünstlern. Seine Arbeiten wurden auf vielen deutschen und internationalen Festivals für zeitgenössische Musik, Computermusik und Medienkunst aufgeführt.
(geb. 1953) ist Musikwissenschaftler und Operndramaturg. Als Dramaturg arbeitete er an der Hamburgischen Staatsoper, am Staatstheater Nürnberg, am Musiktheater Dortmund, und zuletzt als Chefdramaturg an der Staatsoper Hannover. Er ist Vorsitzender des Netzwerks für Neue Musik in Niedersachsen Musik 21 – NGNM e.V. Nach einem Studium der Musikwissenschaft in Marburg/Lahn und Berlin promovierte er an der TU Berlin bei Helga de la Motte-Haber über den Komponisten Edgard Varèse..