Samstag | 18. April

19 Uhr | Stadtteilzentrum Lister Turm

Across the Silence

Duo Szulc Nies

Programm
Biografien
Eintritt frei
Eine Veranstaltung des Flex Ensembles

Programm

Across the Silence

Across the Silence ist ein kammermusikalisches Konzertprojekt, das sich der US-amerikanischen Musik des 20. und 21. Jahrhunderts widmet und deren nachhaltigen Einfluss auf die internationale Musiklandschaft hörbar macht.
Die intime Besetzung von Viola und Klavier eröffnet einen konzentrierten Klangraum, in dem Stille, Resonanz und Berührung zentrale Rollen spielen. Das dramaturgisch fein abgestimmte Programm spannt einen Bogen über vier Generationen amerikanischer Komponist:innen: Elliott Carter, Caroline Shaw, John Cage und Libby Larsen. Ihre Werke stehen exemplarisch für unterschiedliche ästhetische Ansätze – von struktureller Verdichtung über fragile Reduktion bis hin zu klanglicher Offenheit und unmittelbarer Gegenwärtigkeit.
Den Auftakt bildet Elliott Carters Elegy, in der sich die dialogische Spannung zwischen Viola und Klavier in konzentrierter Form entfaltet. Es folgt Caroline Shaws In manus tuas für Viola solo – ein fragiles, hochsensibles Klangbild an der Grenze zur Stille. John Cages In a Landscape erweitert den Raum in kontemplativer Ruhe und lässt Klang als schwebenden Zustand erfahrbar werden. Mit Libby Larsens Sonata for Viola and Piano findet der Abend einen offenen, lebendigen Abschluss.
Across the Silence versteht sich als Einladung zum aufmerksamen Hören: Stille erscheint nicht als Abwesenheit, sondern als aktiver Bestandteil musikalischer Erfahrung – als Impuls, der Wahrnehmung verschiebt und neue Resonanzen ermöglicht.


Programm

Elliott Carter (1908–2012)
Elegy (1943/1961)

Caroline Shaw (*1982)
In manus tuas (2009)

John Cage (1912–1992)
In a Landscape (1948)

Libby Larsen (*1950)
Sonata for Viola and Piano (2001)


Aufführende

Anna Szulc - Viola
Johannes Nies – Klavier


Werkkommentare

Elliott Carter (1908–2012)
Elegy (1943/1961)
Elliott Carters Elegy entfaltet eine konzentrierte, dialogisch angelegte Klangsprache. Viola und Klavier treten als gleichwertige Stimmen in ein fein austariertes Verhältnis, das von rhythmischer Differenzierung und präziser Klanggestaltung geprägt ist.
Die musikalische Entwicklung vollzieht sich in kleinen, genau gesetzten Veränderungen. So entsteht ein verdichteter, spannungsvoller Verlauf, der sich weniger über große Gesten als über strukturelle Klarheit definiert.

Caroline Shaw (*1982)
In manus tuas (2009)
Caroline Shaws In manus tuas bezieht sich auf eine Motette von Thomas Tallis aus dem 16. Jahrhundert, ohne deren musikalisches Material direkt zu übernehmen. Im Zentrum steht eine stark reduzierte, auf Klang und Resonanz fokussierte musikalische Sprache.
Die solistische Viola bewegt sich im Grenzbereich von Ton und Stille. Einzelne Klangereignisse werden isoliert gesetzt und entfalten ihre Wirkung im Nachhall und im Raum.

John Cage (1912–1992)
In a Landscape (1948)
John Cages In a Landscape gehört zu seinen frühen, stilistisch klar gefassten Werken. Gleichmäßige rhythmische Strukturen und kontinuierliche Klangentfaltung erzeugen einen stabilen, ruhigen musikalischen Zustand.
Beeinflusst von Erik Satie richtet Cage den Fokus auf Dauer, Resonanz und klangliche Kontinuität. Die konsequente Pedalnutzung erweitert den Klangraum und verstärkt den Eindruck von Zeitlosigkeit.

Libby Larsen (*1950)
Sonata for Viola and Piano (2001)
Libby Larsens Sonata for Viola and Piano ist ein dreisätziges Werk, das die Viola als lyrisches und strukturell tragendes Instrument in den Mittelpunkt stellt. Die kompositorische Anlage verbindet formale Klarheit mit differenzierter Klanggestaltung.
Viola und Klavier agieren als gleichwertige Partner. Rhythmische Präzision und klangliche Balance prägen das Zusammenspiel und führen zu einer klar strukturierten, zugleich lebendigen musikalischen Form.

Biografien

Anna Szulc – Viola

Anna Szulc wurde in Płock (Polen) geboren und begann im Alter von sieben Jahren mit dem Violinspiel. Ihr Studium absolvierte sie an der Musikakademie in Poznań, an der Universität der Künste Berlin sowie an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover bei Prof. Volker Jacobsen sowie im Bereich Kammermusik bei Prof. Oliver Wille und Prof. Marcus Becker.
Von 2007 bis 2009 war sie mit dem Quarrel Quartet Mitglied der European Chamber Music Academy (ECMA) und arbeitete dort unter anderem mit Hatto Beyerle, Johannes Meissl und Christoph Richter. Mit dem Ensemble wurde sie 2008 beim Internationalen Joseph-Joachim-Kammermusikwettbewerb in Weimar ausgezeichnet.
Als Mitbegründerin des international konzertierenden Flex Ensembles gewann sie unter anderem den Internationalen Schumann Kammermusikpreis in Frankfurt (2013) sowie den Gianni Bergamo Classic Music Award in Lugano (2015).
Konzerttätigkeiten führten sie in zahlreiche europäische Musikzentren und zu internationalen Festivals. Darüber hinaus musizierte sie als Bratschistin unter anderem mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen sowie der NDR Radiophilharmonie Hannover.
Ein Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit liegt in der Kammermusik sowie in der Konzeption und Realisierung kultureller Projekte.

Johannes Nies – Klavier

Johannes Nies erhielt im Alter von zehn Jahren seinen ersten Klavierunterricht. Er studierte an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover bei Karl-Heinz Kämmerling sowie später bei Prof. Markus Becker, bei dem er 2014 sein Konzertexamen absolvierte. Meisterkurse bei Sheila Arnold, Alfred Brendel, Vassilia Efstathiadou, Pavel Gililov und Robert Levin ergänzten seine künstlerische Ausbildung.
Er ist Preisträger des internationalen Wettbewerbs „Prix d’AmadéO de Piano“ in Aachen und war Stipendiat renommierter Förderinstitutionen, darunter die Deutsche Stiftung Musikleben, Villa Musica und die Studienstiftung des deutschen Volkes. Seit seinem Debüt im Jahr 1998 führten ihn solistische Auftritte mit Orchester, Kammerkonzerte und Recitals ins In- und Ausland. Rundfunk- und Fernsehaufnahmen entstanden unter anderem für NDR, SWR, WDR, Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur.
Seit 2018 ist Johannes Nies Pianist des international konzertierenden Flex Ensembles. Darüber hinaus arbeitet er regelmäßig mit Mitgliedern der NDR Radiophilharmonie sowie der Staatsoper Hannover zusammen.
Seit 2015 ist er Dozent für Klavier und Klavier-Kammermusik an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, in der Saison 2022/23 zudem an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim.

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